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Détail

24.03.2016 Journée mondiale contre la tuberculose

23.03.2016 "Tuberkulose kann jeden Treffen" Lëtzebuerger Journal


 

 

„Wenn wir die Armut erfolgreich bekämpfen, dämmen wir auch Tuberkulose ein“, Dr. Fabrice Chaussade, Medizinischer Leiter der „Ligue médico-sociale“

 

DR. FABRICE CHAUSSADE

Der Welt-Tuberkulose-Tag wird weltweit jährlich am 24. März begangen. Sein übergeordnetes Ziel ist die Sensibilisierung. Gleichzeitig wird über den Stand der Dinge informiert, Fortschritte hervorgehoben und die Prävention in den Mittelpunkt gerückt. Tuberkulose bleibt ein Thema, auch in Europa. 2014 litten 340.000 Menschen in der Europäischen Region an Tuberkulose. In Luxemburg werden jährlich über 30 Fälle registriert, wie Dr. Fabrice Chaussade, medizinischer Leiter der „Ligue médico-sociale“ weiß. Der Kampf gegen die Infektionskrankheit ist die historische Aufgabe der „Ligue médico-sociale“ und war der Grund für ihre Gründung vor über 100 Jahren.

„Der Welt-Tuberkulose-Tag hat nichts von seiner Wichtigkeit verloren, weil er die Möglichkeit bietet, die Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass die Krankheit nach wie vor weltweit existiert, Luxemburg eingeschlossen, demnach auch in reichen Ländern immer noch vorkommt. Es ist falsch, davon auszugehen, nur arme Regionen in Afrika oder Asien wären betroffen, obwohl dort das Risiko natürlich weit größer ist und deutlich mehr Kranke (85 Prozent aller Fälle) gezählt werden.

Gleichzeitig bietet der Welttag Gelegenheit, die Zielsetzungen in Erinnerung zu rufen und außerdem die Politik- und die Gesundheitsakteure auf die Wichtigkeit aufmerksam zu machen, entsprechende Aktionspläne auszuarbeiten beziehungsweise zu verfolgen, um die Verbreitung der Erkrankung einzudämmen.

In der Vergangenheit wurden bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Die Zahl der Erkrankungen ging zurück. Ausgemerzt wurde Tuberkulose aber trotzdem nicht. Jährlich werden 9,6 Millionen neue Fälle gezählt. Rund 1,5 Millionen Menschen sterben pro Jahr an den Folgen, obwohl die Krankheit heilbar ist. Es bleibt demnach noch viel zu tun.

Ziel bis 2030 ist es, die Ausbreitung der Krankheit um 90 Prozent und die Zahl der Sterbefälle um 95 Prozent zu reduzieren. Um diese Zielsetzungen zu erreichen, müssen in globaler Hinsicht verschiedene Aktionen - multidisziplinär und auf allen Ebenen - in die Wege geleitet werden. ,S’unir pour mettre fin à la maladie‘, lautet deshalb die Botschaft des diesjährigen Welttags.

Insbesondere ist natürlich der Gesundheitssektor gefordert: Der Zugang zu den nötigen Medikamenten muss überall gesichert sein, vor allem in den ärmeren Regionen. Erkrankte Personen müssen also möglichst früh als solche erkannt und behandelt werden. Ich möchte betonen, dass diese Krankheit jeden betreffen kann. Tuberkulose ist ansteckend, der Erreger überträgt sich über die Atemwege.

Besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen müssen unbedingt in den Fokus gezielter Aktionen gerückt und besser geschützt werden. Tuberkulose ist zu einem sehr großen Teil eine Krankheit der Armen, das darf nicht vernachlässigt werden.

Wenn wir es also schaffen würden, die Armut langfristig zu bekämpfen, würde auch die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen sinken. Die Politik muss aktiv werden und die nötigen Mittel zur Verfügung stellen. Das gilt auch für Luxemburg, wo es jedes Jahr 34 neue Fälle gibt.

Flüchtlinge kommen sofort nach ihrer Ankunft zu uns in die Vorsorgeuntersuchung, aus Präventionsgründen, um demnach ein mögliches Risiko für die Bevölkerung auszuschließen. Personen, die in Kontakt mit Erkrankten standen, werden ebenfalls getestet. Es gilt, den Zyklus der Erkrankung zu unterbrechen, demnach eine Ansteckung festzustellen, bevor die Krankheit ausbrechen kann.“

 

http://www.journal.lu/article/tuberkulose-kann-jeden-treffen/